Maria Magdalena

und

Jesus von Nazareth

 

Am Dienstag, den 25.07.2006 um 19:45 Uhr begaben wir, Volla Ernst & Ernst Voll, uns als hochschwangere Maria Magdalena und Jesus von Nazareth auf den Weg durch die Innenstadt von Bernau. Ausgehend von der St. Marien Kirche, vorbei am Marktplatz, über den Bahnhofsplatz zum Filmpalast (Kino) Bernau. Wir trugen ein lateinisches Holzkreuz mit der Aufschrift: „ Wer trägt heute wessen Last ?“. Am Filmpalast gaben wir das Kreuz symbolisch der Natur zurück, denn wir Menschen sind es, die uns selbst und uns gegenseitig Lasten auferlegen.

 

 

 

Das Weibliche im Christentum

Und die Unsichtbarkeit der Frauen

 

Die Performance „Maria Magdalena und Jesus von Nazareth“ knüpft an den Roman „Sakrileg“ und dem dazugehörigen Film „der Da Vinci Code“ von Dan Brown. Roman und Film werfen Fragen auf, u.a. die Frage nach dem weiblichen im Christentum.

Frauen wird auch heute noch nicht der ihnen gebührende Platz in Geschichte, Gesellschaft und Kirche eingeräumt. Noch heute ist in patriarchal orientierten Glaubensrichtungen die Frau von Sünde belegt und bringt besonders männliche Würdenträger in Versuchung und auf Abwege. Eine Frau mit Recht auf einen wichtigen Platz in der christlichen Hierarchie würde den sicheren Anspruch der Männer ins Wanken bringen.

In sogenannten heidnischen Zeiten gab es Göttinnen und Götter. Heute leben wir mit nur einem Gott. Frauen sind ihrer spirituellen Basis und Kraft beraubt worden. Frauen tragen die Last ihres Unsichtbarseins und ihrer Reduzierung auf ihre sexuelle Verfügbarkeit. Auch bei Dan Brown ist Maria Magdalena auf den weiblichen Schoß reduziert, der die Tochter von Jesus gebiert.

 

 

 

Bewusstes Auseinandersetzen und Verändern

 

Der Anfangspunkt der Weges symbolisiert den gewünschten Aufbruch von Kirche, Politik und Wirtschaft, hin zum Ziel der ehrlichen Auseinandersetzung und Bewusstwerdung mit Vergangenheit, Macht und Intrigen. Dafür haben wir den Film „Der Da Vinci Code“ gewählt. Die Form des gemeinsamen Weges mit der gemeinsam getragenen Last, ist ein Weg der Auseinandersetzung und Bewusstwerdung unserer Selbst mit gegenseitiger Spiegelung, Achtung und Unterstützung, was allein nicht gesehen werden kann, bzw. oft nicht gesehen werden will. Die katholische Kirche und sogar Muslime aus mehreren Ländern wollten den Film verbieten lassen. „Doch unserer Einschätzung nach hätten sich Maria Magdalena und Jesus von Nazareth diesen Film sicherlich angesehen.

 

 

 

Ungestellte Fragen

 

Wichtig sind uns Fragen nach dem alltäglich Unsichtbaren.

Sehe ich nur das was ich sehen will und gelernt habe zu sehen?

Oder

Bin ich Willens und in der Lage nach den Hintergründen zu fragen?

Wir stellen Fragen. Fragen an uns selbst und andere und wir wollen Fragen hervorrufen. „Wir tragen alle bewegende Fragen mit uns, doch werden sie viel zu selten ausgesprochen. Lieber verharren wir in Ansichten und Handlungen, die wir sehen wollen, die wir gelernt haben zu sehen und die uns bekannt sind.“

 

 

 

Begegnungen und eine Frage

 

Während der Performance hatten wir interessante Begegnungen mit aufmerksamen und interessierten Menschen. So waren wir mit einer gläubigen Dame überein, die uns ein Stück des Weges begleitete, das Gott nicht unbedingt etwas mit der Kirche zu tun haben muss. Ein Junge von schätzungsweise ca.12-14 Jahren stellte eine sehr interessante und tiefgreifende Frage:

„Warum tragt ihr denn ein Kreuz oder verehrt es, obwohl ein euch wichtiger Mensch daran gestorben ist, tragt ihr auch Waffen, wenn z. B. euer eigener Vater oder ein anderer euch wichtiger Mensch damit ermordet worden wäre?“

Welche Antwort würden Sie Ihm geben?“

Volla Ernst & Ernst Voll

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

---------------------------------------Bernau bei Berlin, 25.07.06 19:45 - 20:25 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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